3. Mai 2019

Schottergärten im Ammerland verhindern

BUND-Kreisgruppe stellt Antrag an alle Ammerland-Gemeinden

Die Kreisgruppe Ammerland des BUND fordert alle Ammerland-Gemeinden auf, die Anlage von so genannten "Schottergärten" wegen ihrer katastrophalen negativen Auswirkungen auf Natur und Landschaft bereits auf der Ebene der Bauleitplanung zu verhindern. Würde das geltende Naturschutz- und Baurecht beachtet, wären schon jetzt Schottergärten verboten oder müssten an anderer Stelle ausgeglichen werden, stellt der BUND Ammerland fest. Der entsprechende Antrag erging an die Stadt Westerstede sowie die Gemeinden Apen, Bad Zwischenahn, Edewecht, Rastede und Wiefelstede gegangen ist. Der Landkreis hat den Antrag zur Kenntnis erhalten.

Hier die Pressemitteilung dazu.

Sie sind steinreich und artenarm: Zugeschotterte Gärten in Wohn- und Gewerbegebieten! „Würde das geltende Naturschutz- und Baurecht beachtet, wären schon jetzt Schottergärten verboten oder müssten an anderer Stelle ausgeglichen werden“, stellt Susanne Grube, Vorsitzende des BUND Ammerland, fest.

Die ökologischen Folgen dieser trist-grauen Gartenmode sind gravierend. In diesen Gärten wächst nichts mehr, kein Tier findet Unterschlupf, humusreicher Gartenboden und jegliches Bodenleben werden durch dicke Steinschichten abgedeckt, Regenwasser kann nicht mehr versickern. Schnell bilden sich Moos- und Algenbeläge, die dann mit Gift beseitigt werden. Diese Steinwüsten schaden der biologischen Vielfalt und fördern das Insekten- und Vogelsterben, weil die Tiere dort keine Nahrung finden können. Sie verunstalten das Landschaftsbild, weil sie nicht der Baukultur im Ammerland entsprechen. Sie verursachen unnötigen Ressourcenverbrauch und schaden dem Klima durch überflüssige Transporte, denn das Steinmaterial stammt oftmals aus China oder Indien und wird unter Umständen durch Kinderarbeit hergestellt

Der BUND Ammerland (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) ist der Auffassung, dass den umweltschädlichen Auswirkungen dieser Modeerscheinung schon aus rechtlichen Gründen bereits auf der Ebene der Bauleitplanung begegnet werden muss. Denn das Baugesetzbuch schreibt vor, dass mit Grund und Boden sparsam und schonend umgegangen werden soll und das Maß der Bodenversiegelung auf das Notwendige zu begrenzen ist.

Die Niedersächsische Bauordnung schreibt außerdem vor, dass die nicht überbauten Flächen der Baugrundstücke Grünflächen sein müssen. Zudem sind die nicht überbauten Flächen von Baugrundstücken so herzurichten und zu unterhalten, dass sie nicht verunstaltet wirken.

Gärten, die mehr oder weniger vollständig mit Schotter, Kies oder Steinen zugeschüttet sind, stellen keine Grünflächen dar und können diesen nicht zugeordnet werden. Die Steinschüttungen widersprechen auch dem Gebot, mit Grund und Boden sparsam und schonend umzugehen und das Maß der Bodenversiegelung auf das Notwendige zu begrenzen. Der in Bebauungsplänen rechtlich geforderte Anteil unbebauter Flächen wird durch Schotterflächen in unzulässiger Weise verringert, woraus Verstöße gegen bestehende Gesetzesvorgaben, aber auch gegen die Bebauungspläne selbst resultieren.

Darüber hinaus stellt die Versiegelung mit Schotter, Kies oder Steinen einen Eingriff im Sinne des Naturschutzrechts dar. Folgerichtig müsste die Fläche solcherart gestalteter Gärten in vollem Umfang durch Kompensationsmaßnahmen an anderer Stelle ausgeglichen werden.

Ansprechpartnerin:
Susanne Grube, Vorsitzende des BUND Ammerland
Tel. 04488-98139, E-Mail susanne.grube@bund-ammerland.de

10. Dezember 2010

BUND begrüßt Vorstoß des Landrates

Straßenbäume könnten landesweit aus dem öffentlichen Bild verschwinden und die ohnehin abnehmende Anzahl von Alleen und Straßenbäumen könnte von Jahr zu Jahr weiter reduziert werden. Keine Schädlinge und keine Krankheit bedrohen die Bäume, sondern eine Behördenrichtlinie, die 2009 eingeführt wurde. Die Richtlinie sieht vor, dass Bäume an Landes- und Bundesstraßen künftig in einem Abstand von mindestens 7,50 Metern gepflanzt werden müssen. Bei Einhaltung dieser Abstände müssten Straßenbreiten von mehr als 25 Metern in Zukunft die Regel werden. Das ist schon aus Gründen des Flächenerwerbs kaum denkbar. Außerdem ginge der ursprüngliche Alleecharakter verloren. Besonders gravierend ist auch die Tatsache, dass die Mittelgewährung durch das Land Niedersachsen für Straßenbaumaßnahmen an die Einhaltung der Vorgaben dieser Richtlinie gebunden ist.

Die BUND Kreisgruppe Ammerland begrüßt ausdrücklich den Vorstoß von Landrat Jörg Bensberg, der in einem Brief an Wirtschaftsminister Jörg Bode auf die gravierenden Auswirkungen der Richtlinie auf die Ammerländer Alleen aufmerksam macht und auf die finanziellen Nachteile, die entstünden, wenn der Landkreis seine Alleen und Straßenbäume erhalten wolle.

Alleen sind ein wertvoller Bestandteil der Ammerländer Kulturlandschaft mit zahlreichen Vorzügen. Sie sind ein prägendes Element des Landschaftsbildes, schützen vor Verkehrslärm und leisten einen großen Beitrag zum Klima- und Naturschutz. Alleen dienen aber auch als Gestaltungselement der besseren Erkennbarkeit des Straßenverlaufs und führen automatisch zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit.

10. Oktober 2010

BUND Kreisgruppe Ammerland will aktive Naturschutzarbeit wieder verstärken

Nach einem interessanten Vortrag über den Weißstorch wurde bei der Jahreshauptversammlung ein neuer Vorstand gewählt

Der jahrzehntelange Abwärtstrend der Weißstörche in Niedersachsen scheint gebrochen. Die Zahl der Storchenpaare ist seit 1990 kontinuierlich angestiegen, nicht zuletzt aufgrund des niedersächsischen Weißstorch-Programms. Dennoch bestünde kein Anlass zur Euphorie, bemerkte der Vortragende Dr. Reinhard Löhmer, BUND-Vorstandsmitglied und Weißstorchbetreuer für die Staatliche Vogelschutzwarte Niedersachsen. Eine echte Trendwende in der Bestandsentwicklung des Weißstorches sei in Niedersachsen noch nicht in Sicht. Insbesondere im Westen und Nordwesten des Landes stagnierten die Bestände auf niedrigem Niveau. Ursache sei hauptsächlich der Verlust geeigneter Lebensräume. Der Weißstorch habe besonders bei der Jungenaufzucht einen enormen Nahrungsbedarf und sei dabei auf Feuchtwiesen und Niederungen angewiesen.

 

Dem Erhalt von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen möchte sich die BUND Kreisgruppe Ammerland wieder verstärkt widmen. Auf der Jahreshauptversammlung am 7. Oktober wurde deshalb über einen neuen Vorstand abgestimmt. Ohne Gegenstimmen wurden Susanne Grube zur ersten Vorsitzenden, Eckart Liebl zum stellvertretenden Vorsitzenden und Helmut Rademacher zum Schatzmeister gewählt. Der frischgebackene Vorstand war sich einig: „Intakte Lebensräume für Tiere und Pflanzen bilden die Lebensgrundlage des Menschen“. Vor diesem Hintergrund wünscht sich die Kreisgruppe eine gute Zusammenarbeit mit anderen Verbänden aus dem Bereich Naturschutz, Jagd und Landwirtschaft. Die Kreisgruppe wird in den kommenden Wochen zu einem Gedankenaustausch über die konkreten Inhalte ihrer Arbeit einladen.

 

Ansprechpartner:

Susanne Grube, Tel. 04488 98139

Eckart Liebl, Tel. 04488 6281

Helmut Rademacher, Tel. 04458 918091



Jahresbericht 2006

Titelseite des Jahresberichtes 2006, Wildkatze als Titelbild

Einblicke in die Arbeit des BUND, seine Einnahmen und Ausgaben, die Zahl seiner Mitglieder und Förderer – das alles und noch viel mehr finden Sie im

Jahresbericht 2006 (3,9 MB)

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